Meine Kundinnen können sich zu Beginn oft nicht vorstellen, wie sie ihren Lebensstil, vor allem ihre Ernährung, verändern sollen. Das ist absolut verständlich. Wir vergessen nämlich oft, wie sehr unsere Ernährung von unserer Kindheit geprägt ist – von dem, was wir zu Hause von unseren Eltern bekommen haben. Wir essen das, was sie essen, beziehungsweise das, was sie uns vorsetzen. Geben sie schneller nach, wenn wir als Kinder Nein sagen, bleibt es vielleicht bei Spaghetti mit Butter. Begleiten sie uns auf der Nahrungserkundung, sind wir offener und probieren zumindest alles.
Was wir täglich essen, beruht also auf dem, was wir gelernt haben, dass wir täglich essen sollten – und was in unserem Zuhause als „normal“ galt. Das muss aber nicht unbedingt „gesund“ oder gesundheitsfördernd sein. Von zu Hause bekommen wir unser erstes Verständnis für Lebensmittel: oft ein festgefahrener Plan, starke Gewohnheiten und gewohnter Geschmack.
Es geht nicht um gesund oder ungesund
Bei mir lernen meine Kundinnen, Lebensmittel anders zu unterscheiden. Es geht viel mehr um die Wirkung der Lebensmittel auf den Körper, als konkret zwischen gesund und ungesund zu unterscheiden. Wenn sie erstmal den Unterschied der Wirkung in ihrem Körper spüren, verändert sich automatisch ihr Verständnis für Nahrung – und wir müssen gar nicht mehr über gesund oder ungesund reden. Ab dann ist es einfach ein ausgewogener Essensstil, ohne Verzicht.
Natürlich hat nicht jede meiner Kundinnen dasselbe gesundheitliche Problem. Die Beschwerden reichen von Migräne über Darmprobleme, Magenschmerzen, PMS-Schmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit bis hin zur Erschöpfung. Welcher Bereich des Lebensstils zuerst Unterstützung braucht, finden wir im ersten Gespräch heraus – es ist nicht immer die Ernährung. Aber viele meiner Empfehlungen für die Veränderung bei der Ernährung sind ähnlich. Und nach etwa zwei Wochen fühlen sich meine Kundinnen schon deutlich besser, nach vier Wochen haben sie ein neues Lebensgefühl.
Wichtig ist mir dabei immer, dass du auch verstehst, warum diese Lebensmittel in großen Mengen eine negative Wirkung auf den Körper haben. Denn letztlich geht’s um die Menge. Wenn dein Körper in Balance ist, kommt er nicht mehr so schnell aus dem Gleichgewicht – auch wenn die ungewohnten Lebensmittel später wieder integriert werden.
Die 5 Lebensmittel
1. Gluten
Jedes klassische Getreide, egal ob Vollkorn oder nicht: Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste, Urgetreide wie Kamut, Emmer, Grünkern, Einkorn. Stattdessen: Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Hirse, Reis, Mais, Mandelmehl, Kichererbsenmehl, Linsenmehl.
Gliadin, ein Teil von Gluten, kann vom Darm nicht vollständig verdaut werden. Beim Kontakt mit der Darmschleimhaut erhöht Gliadin die Durchlässigkeit der Darmwand, wodurch andere Stoffe in den Körper gelangen, die dort nicht hingehören. Das kann das Immunsystem triggern. Zusätzlich kann die Verdauung durch die enthaltenen Fruktane träge werden.
2. Milchprodukte
Joghurt, Käse, Schlag, Skyr, Milch, Kefir, Molke, Buttermilch.
Hier geht’s vor allem um das A1-Beta-Kasein, das vor allem in unserer Kuhmilch vorkommt. Es wird gespalten und dockt dann an Opioidrezeptoren an – diese sind im Darm vereinfacht gesagt für die Darmbeweglichkeit und die Regulierung der Darmschleimhaut verantwortlich. Zusätzlich wird, wie beim Gliadin, die Darmbarriere durchlässiger, und auch die schützende Schleimschicht im Darm nimmt ab. Es gibt auch A2-Beta-Kasein, das vorwiegend in Schaf- und Ziegenmilch vorkommt – deshalb sind diese oft besser verträglich.
3. Zucker & Süßungsmittel
Hier wird’s schwierig, weil Zucker sich wie ein Chamäleon oft versteckt und unter anderen Namen auftaucht: Maltodextrin, Saccharose, Glucose, Fructose. Und nur weil „0% Zucker“ draufsteht, bedeutet das nur, dass kein normaler Haushaltszucker enthalten ist – trotzdem kann jeder andere Zucker zugesetzt sein. Und das ist auch oft der Fall.
Zucker verschiebt über die Zeit die Bakterienzusammensetzung im Darm: Es entstehen mehr zuckerverwertende und weniger ballaststofffermentierende Bakterien. Gleichzeitig wird auch hier die Darmwand durchlässiger, das Immunsystem getriggert, was zu Entzündungen im Körper führen kann. Zusätzlich steigt das Risiko einer Insulinresistenz, und die Leber kann zu viel Fruktose nicht adäquat verstoffwechseln – sie verfettet, und der Triglyzeridspiegel steigt.
4. Wurstwaren
Einfach mal alles weg: Schinken, Salami, Hartwürste – alles, was an der Wursttheke oder in Scheiben geschnitten im Kühlregal liegt.
Durch die Herstellung wird der Darm belastet. Pökelsalz und Häm-Eisen aus dem Fleisch können im Darm zu Nitrosaminen umgewandelt werden, die die Darmschleimhaut reizen, die Barriere schwächen und dadurch das Immunsystem triggern.
Zusätzlich enthält vor allem rotes Fleisch und Wurstwaren Neu5Gc, einen Zuckerbaustein, den unser Körper selbst nicht herstellen kann. Wird er über die Nahrung aufgenommen, baut er sich trotzdem in unser Gewebe ein – und weil er dem Körper fremd ist, reagiert das Immunsystem mit einer Entzündungsantwort. Diese Entzündungsreaktion kann sich sogar über Jahre hinziehen, obwohl der Auslöser vielleicht nur wenige Wochen zurückliegt.
5. Säfte
Nur Wasser, Kräutertee und schwarzer Kaffee (oder Milchalternativen – Achtung auf die Zusätze in den Alternativen).
Hier geht’s um die hohe, isolierte Fruktosemenge – auch bei Säften ohne Zuckerzusatz. Denn die schützenden Ballaststoffe der Frucht fehlen.
Kein Verzicht für immer
Es geht nie darum, für immer auf diese Produkte zu verzichten. Im Gegenteil. Das Ziel ist es, die körperliche Balance wiederherzustellen, um dann wieder alles essen zu können, ohne sich unwohl zu fühlen.
Was aber ganz automatisch passiert: Meine Kundinnen entwickeln ein neues Verständnis für Nahrung und integrieren in ihren Alltag automatisch mehr unterschiedliche Lebensmittel. Weil sie merken, welche Wirkung diese auf ihren Körper haben – und sich dadurch unglaublich gut fühlen.
Ob es für dich Sinn machen würde auf diese 5 Lebensmittel Gruppen zu verzichten kannst du auch herausfinden in dem du die 0€ Symptom Analyse ausfüllst. Wenn du dir unsicher bist, was genau DIR helfen könnte bei deinem Problem, dann bist du in der exklusiven 1:1 Strategie Session gut aufgehoben.
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Larissa